Blasentumore

Blasentumor

Das Bewusstsein, dass es Blasenkrebs gibt und dies auch eine tödliche Erkrankung sein kann, ist leider sehr gering.

Mit 2-3% der Krebserkrankungen ist der Harnblasenkrebs eher selten, steht aber bei den raucherassoziierten Krebserkrankungen nach dem Lungenkrebs an zweiter Stelle. Mit über 19.000 Neuerkrankungen jährlich steht das Harnblasenkarzinom bei den Männern an Platz 5 der Häufigkeitsskala, bei Frauen sind über 7.000 Neuerkrankungen/Jahr festzustellen.

Das Blasenkarzinom oder Urothelkarzinom entwickelt sich aus der Schleimhaut der Blase, welche die Blase auskleidet. Sein Wachstum kann sich ausschließlich auf den Hohlraum der Blase beschränken. Dies sind oberflächliche, meist gestielt wachsende Tumore. Andererseits kann das Tumorwachstum auch primär in die Wand der Blase erfolgen. Hier spricht man von einem invasiv wachsenden Tumor. Leider suchen die betroffenen Patienten oft den Arzt zu spät auf.
Oft bestehen schon früh Syptome:

  • Sichtbares Blut im Urin (Makrohämaturie)
  • Unsichtbares Blut im Urin (Mikrohämaturie)
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Gesteigerter Harndrang
  • Schmerzen beim Wasserlassen

Eine frühzeitige Diagnose und Therapiemöglichkeit wird dadurch oft versäumt. Risikofaktoren für die Entwicklung eines Blasentumors sind Berufsbelastungen mit aromatischen Aminen, Tabakkonsum und in tropischen Regionen die Bilharziose.

Die Diagnostik besteht aus:

  • Zystoskopie (Blasenspiegelung)
  • Sonografie (Ultraschall)
  • mikroskopische Urinuntersuchung (Zytologie) siehe unten
  • einer Urinuntersuchung mittels Tumormarker (UBC Test s.u.)

Der Urinschnelltest

Der Tumormarkersuchtest stellt eine Methode dar, Blasentumore im Frühstadium zu entdecken oder bereits therapierte Patienten zu kontrollieren.

Der Test detektiert die Tumorassoziierten Zytokeratin-Fragmente 8 und 18 aus Urothelzellen als Parameter für das Vorliegen eines Blasenkarzinoms.

Da Tumorzellen eine wesentlich schnellere Zellteilung aufweisen als normale Körperzellen fällt hier mehr Zytokeratin-Fragmente 8 und 18 an.

Zytokeratin-Fragmente 8 und 18 dienen hier als Marker für das Harnblasenkarzinom und werden bei Vorhandensein von Tumorzellen vermehrt produziert.

Die Therapie

Da das Blasenkarzinom sehr schlecht auf jegliche Art von Bestrahlung und Chemotherapie anspricht, ist die chirurgische Entfernung des Tumors (TUR-B, bzw. Blasenentfernung) oft der einzig erfolgversprechende Weg.

Einen oberflächlichen Tumor kann man durch eine lokale Entfernung (TUR-B) in der Regel komplikationslos therapieren.
Wohingegen bei fortgeschrittener Diagnose, also einem invasiv wachsendem Tumor, oft nur eine Blasenentfernung anzuraten ist.

Instillationstherapien mit z.B. mit Mitomycin sind für die Behandlung des oberflächlichen Blasentumors nach TUR-B sinnvoll, da das Rezidivrisiko statistisch um 70% gesenkt werden kann.

Eine frühe Diagnose und Behandlung verbessert den Erfolg einer Therapie erheblich!

Da es sich bei diesen Ausführungen nur um einen kurzen Überblick handelt, scheuen Sie sich nicht uns anzusprechen.